Berliner Genossenschaft übernimmt Wochenmarkt - Finsterwalder Betreiber scheidet aus

Wie zu erwarten war, hat sich in der heutigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Finsterwalde die Mehrheit für den Vorschlag der Verwaltung ausgesprochen und den Wochenmarkt an eine Berliner Genossenschaft vergeben.

Fehlende Unterlagen Grund für anderweitige Vergabe?
Begründet wird der Antrag damit, dass von der Finsterwalder Betreibergesellschaft - die im Übrigen als einzige auf die städtische Ausschreibung reagierte - Unterlagen auch "nach mehrfachen Aufforderungen" nicht zur Verfügung gestellt wurden. Die betreffende Gesellschaft ist hundertprozentige Tochter des Jungunternehmerverein Elbe-Elster e.V., welcher die Finsterwalder Wochen- und Weihnachtsmärkte seit ca. 20 Jahren organisiert. Die Betreibergesellschaft ist auch für die Wochenmärkte in Ortrand, Doberlug-Kirchhain und Schwarzheide zuständig.

Kommunikationsprobleme zwischen Stadt und Betreiber?
Der bisherige Vertrag lief bis Ende 2020 und die Stadt hatte es versäumt, frühzeitig die Vergabe ab Januar 2021 zu regeln. Seitdem wurde er quartalsweise verlängert bzw. die Organisation der Wochenmärkte mit der Betreibergesellschaft abgestimmt, was durch entsprechenden Schriftverkehr mit der Stadtverwaltung belegbar ist.
Die Betreibergesellschaft hat mitgeteilt, die über Jahre gewachsene und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Händlern fortsetzen und auch weiterhin Organisator des Finsterwalder Wochenmarktes bleiben zu wollen. Nach eigener Aussage sprechen sich ebendiese Händler ebenfalls für eine weitere Zusammenarbeit aus. Eine Petition zur Weiterführung des Wochenmarktes durch die Betreibergesellschaft des Jungunternehmervereins, hatten die Händler zusätzlich auf den Weg gebracht. Irritiert ist man seitens des bisherigen Betreibers, dass - trotz mehrerer Gespräche mit der Stadtverwaltung - zu keinem Zeitpunkt eine anderweitige Vergabe zur Debatte stand. Ob dies ein ordentlicher Umgang mit einem langjährigen und regionalen Partner ist - fraglich.

UBF schlägt Sichtung beider Konzepte vor
Unsere Wählergruppe hatte im Hauptausschuss angeregt, dass man die Vergabe aufschiebt und den einzigen Bewerber - nämlich die Jungunternehmerverein Betreibergesellschaft - ebenfalls ermöglicht ein Konzept abzugeben. Dieses "durfte" bisher nur der nun neue Betreiber einreichen. Wettbewerb sieht für uns anders aus und das ganze Prozedere hinterlässt viele Fragezeichen. Wir hätten uns im Sinne eines Finsterwalder Vereins und dessen hundertprozentiger Tochtergesellschaft über einen Kompromiss gefreut. 

Hier das Ergebnis der namentlichen Abstimmung:

Für eine Vergabe an die Berliner Genossenschaft:
Freudenberg, Thomas (CDU)
Gallin, Jonas (CDU)
Gampe, Jörg (CDU)
Hake, Dominic (SPD)
Holfeld, Andreas (CDU)
Homagk, Marlies (BfF)
Horst, Karin (Die Linke/Grüne)
König, Wolfgang (BfF)
Kuhn, Susann (BfF)
Linde, Udo (Die Linke)
Loos, Sebastian (CDU)
Mierzwa, Peer (SPD)
Müller, Marco (Die Linke/Grüne)
Seidel-Schadock, Beate (CDU)
Strauß, Gerhard (Die Linke/Grüne)
Treibmann, Katharina (SPD)
Zimniak, Thomas (CDU)

Dagegen: 
Eule, Andrea (UBF)
Kupillas, Uwe (AfD)
Lehmann, Sandra (UBF)
Rüstig, Stephanie (UBF)
Schmidt, Ingo (AfD)
Starick, Maik (AfD)
Zierenberg, Ronny (UBF)

Enthaltung:
Knispel, Edelgard (BfF)

 

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