Worum geht es?
Das Vorhaben verfolgt das Ziel einer regionalen Sektorenkopplung. Ein Kernpunkt ist die Nutzung der Prozess-Abwärme zur Einspeisung in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Finsterwalde. Aktuell sind insbesondere die Gebäude der Wohnungsgesellschaft sowie öffentliche Gebäude an das Netz angeschlossen; perspektivisch sollen in Summe ca. 50 % aller Haushalte über Fernwärme versorgt werden.
Damit soll - nach den Plänen von Stadt & Stadtwerke - die Energieunabhängigkeit der Stadt gestärkt werden: Laut Aussagen des Investors ließe sich so ca. 1/5 des gesamten Jahres-Wärmebedarfs im Netz decken. Die Wärme steht dabei allerdings ganzjährig zur Verfügung, wird aber vorrangig zur Lastdeckung in den Wintermonaten gebraucht.
Aktueller Prüfungsstand: Während für den Solarpark bereits vertiefte Prüfungen durchgeführt wurden, werden die detaillierten Prüfungen für die Bereiche Windenergie, Wasserstoff und das Rechenzentrum erst im Rahmen der nun folgenden gesetzlichen Verfahrensschritte durchgeführt.
Nächster Schritt: Aufstellungsbeschluss. In der kommenden Sitzungsrunde der Stadtverordnetenversammlung soll bereits über die Aufstellungsbeschlüsse beraten werden. Dies markiert den formellen Start des Planungsverfahrens. In dessen Verlauf finden die fachliche Ausarbeitung sowie die gesetzlich vorgeschriebene Öffentlichkeitsbeteiligung statt, um alle Belange sorgfältig abzuwägen.
Hinweis: Die nachfolgenden Informationen basieren auf aktuellen Angaben der Investoren. Die Abbildungen dienen als schematische Darstellung zur Veranschaulichung der geplanten Standorte.
Photovoltaik-Freiflächenanlage
- Leistung: ca. 184 MWp Gesamtkapazität.
- Fläche: ca. 140 ha Baufelder westlich der L60.
- Ökologie: 63 ha Rast- und Futterflächen für Vögel, 30ha Aufwertungsflächen
- Beteiligung: Stadtwerke können sich beteiligen
Windenergieanlagen (WEA)
- Anzahl: 15 Windenergieanlagen (11 Finsterwalde / 4 Lichterfeld-Schacksdorf).
- Leistung: 108 MW Gesamterzeugungskapazität (7,2 MW pro Anlage).
- Dimension: Nabenhöhe von 166 m südlich des ehemaligen Flugplatzes.
- Abgaben: Jährliche finanzielle Beteiligung der Stadt nach BbgEESG & EEG §6.
Wasserstoff-Elektrolyseur
- Phase 1 (2027): Errichtung eines 5 MW Elektrolyseurs nördlich der Biogasanlage.
- Phase 2 (2029): Modularer Ausbau auf 25 MW mit H2-Kernnetzanbindung.
- Infrastruktur: H2-Tankstelle und Kapazitäten für die Trailerabfüllung.
- Wärme: Bereitstellung der Prozess-Abwärme für das städtische Wärmenetz.
Rechenzentrum Flugplatz
- Leistung: Geplante IT-Kapazität von ca. 350 MW.
- Investition: Gesamtvolumen von ca. 3 Milliarden Euro am Standort.
- Arbeitsplätze: 150 - 400 hochqualifizierte Dauerarbeitsplätze vor Ort.
- Netzanschluss: Direktzugang zum 380-kV-Netz und lokalem Batteriespeicher.
Wir werden das Thema in den kommenden Wochen und Monaten intensiv bearbeiten. Dabei steht für uns der direkte Austausch im Fokus: Wir bündeln die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sowie die Standpunkte unserer Mitglieder, um diese gezielt in die parlamentarische Debatte und die anstehenden Entscheidungsprozesse einzubringen. Unser Ziel ist es, eine transparente und faktenbasierte Grundlage zu schaffen, die am Ende zu sachgerechten und nachvollziehbaren Entscheidungen führt.

